Liebe Leserin, lieber Leser!

In meinem Leben gibt es an fast jedem Tag Momente des Wartens. Da verspätet sich der Bus oder das Nudelwasser braucht länger, als gehofft, bis es kocht. Oder aber unser Besuch schafft es nicht zur vereinbarten Zeit. Es bleibt uns in solchen Momenten nichts anderes übrig, als zu warten. 

In den vergangenen Monaten haben wir als Gesellschaft und als Privatpersonen aber noch ganz andere Wartezeiten erlebt. So warteten wir über das Jahr verteilt immer wieder auf die jeweils nächste Pressekonferenz der Regierung, welche weitere Lockerungen bzw. weitere Verschärfungen der Corona-Maßnahmen ankündigten. Für nicht wenige hieß es nach einem erfolgten Corona-Test auf das Ergebnis zu warten. Und in der vergangenen Woche teilten die Medien mit, dass vor der Chemnitzer Klinik Rettungswagen einige Stunden warten mussten, um ihre dringend behandlungsbedürftigen Patienten in das Krankenhaus bringen zu können.

Ob voller Sorge oder hoffnungsvoll: Momente des Wartens sind Bestandteile unseres Lebens. Es gibt sie in konkreten Dingen; im Kleinen wie im Großen.

Dann ist da aber noch mehr: Denn es gibt noch ein Warten auf einer ganz anderen, viel tiefer liegenden Ebene. Ich spüre, dass die ganze Menschheit und Schöpfung auf so vieles weitere wartet. Und mit ihr warte auch ich.

Ich warte auf Frieden, der Hass überwindet.

Ich warte auf Vergebung unter den Menschen.

Ich warte auf Weisheit.

Ich warte auf Liebe, die den Nächsten statt sich selbst im Fokus hat.

Ich warte auf Heilung meiner Seele.

Ich warte auf Wunder.

Ich warte auf Leben, das ewig ist.

Ich warte nicht nur auf diese Dinge – ich sehne mich danach. Und ich spüre auch die Sehnsucht der ganzen Menschheit.

Aber leider sind sie für uns Menschen mit unserer eigenen Kraft und unserem ganzen Wissen unerreichbar. So sehr ich mir es auch wünsche und wie groß die Anstrengung auch sein mag: Ich kann diese Dinge nicht selbst bewirken.

Ich kann nur warten und hoffen, dass sie mir und allen geschenkt werden.

Ich kann nur warten und darauf vertrauen, dass Gott uns dies alles schenkt.

Ich warte auf Frieden, Vergebung unter den Menschen, Heilung meiner Seele und so vieles mehr.

Und alles, was Gott uns nun schenkt ist ein Kind in einer Krippe?

Wie kann ein Neugeborenes mir das geben, was ich und die ganze Menschheit nicht erreichen kann? Das Kind ist doch vollkommen abhängig von Mutter und Vater. Wenn etwas nicht in Ordnung ist, bleibt ihm nur zu schreien, um sich bemerkbar zu machen. Es kann nicht für sein Recht demonstrieren oder große Reden schwingen. Es hat keine schlauen Theorien über neue wissenschaftliche Erkenntnisse. Es kann nicht hüpfen, nicht gehen, nicht sitzen. Ja – es kann im Liegen noch nicht einmal selbst seinen Kopf heben!

Nichts. Nichts kann so ein gerade geborenes Kind selbst. Es ist absolut hilflos.

Ist das also alles, was Gott uns schenkt?! Ein Kind – wehrlos und abhängig von anderen?

Ja, alles, was Gott uns schenkt, ist dieses Kind.

Denn in der Krippe im Stall von Bethlehem liegt nicht irgendein Kind, sondern Gottes eigener Sohn – Jesus Christus. Er ist Gott vom wahren Gott und doch gleichzeitig auch Mensch wie du und ich.

Als wahrer Gott und wahrer Mensch zugleich bringt er mir Heilung meiner Seele und Leben, das mir nicht zwischen den Fingern zerrinnt.

Doch dafür reicht es nicht, nur die Krippe anzusehen. Die Krippe allein ist unvollständig. Zu ihr gehört auch das Kreuz. Denn in seinem Tod und in seiner Auferstehung überwindet Christus alles, was uns Menschen belastet – ob Leid, Schuld oder gar den Tod und bietet uns stattdessen Frieden mit Gott und ewiges Leben an.

Und so beginnt an der Krippe das, worauf die Menschheit so lange gewartet hat und immer wieder wartet. All das, wonach sich meine Seele und die ganze Schöpfung sehnt, schenkt mir Gott in dem Kind.

Daher halten Sie einen Moment inne, betrachten die Krippe und danken Sie Gott für sein Geschenk. Richten Sie Ihren Blick insbesondere aber auch auf das Kreuz. Denn dort schenkt Ihnen Gott Heilung Ihrer Seele und Leben, das nie verrinnt.

Alles schenkt Gott mit dem Kind. Zum dazugehörigen Lied

AMEN

Ein frohes Weihnachtsfest sowie ein gesegnetes neues Jahr wünscht Ihnen von Herzen,

Ihre Pfrn. Rebekka Oesterreich

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Ev.-Luth. Kirchgemeinde Gelenau

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