An(ge)dacht

Monatsspruch Juli:

Ein jeder Mensch sei schnell zum Hören, langsam zum Reden, langsam zum Zorn.“ (Jak. 1,19)

 

Liebe Leserinnen und Leser!

Es ist gut schnell zu sein.

Es ist gut schnell zu sein ...

  • … beim 100m-Lauf, um als Erster über die Ziellinie zu kommen.

  • … bei der Ernte, damit diese vor dem Regen in die Scheune gebracht werden kann.

  • … beim Zugfahren, um rechtzeitig ans Ziel zu gelangen.

Es ist gut schnell zu sein. Bei einigen Dingen.

Bei anderen wiederum ist es gut, Geschwindigkeit zu drosseln. Bei manchen Dingen ist es gut, langsam zu sein.

Es ist gut, langsam zu sein …

  • … beim Essen, um mehr schmecken zu können und um besser zu merken, wann ich satt bin.

  • … beim Wandern, um die Schönheit der Natur um mich ringsherum wahrnehmen zu können.

  • … beim Auffüllen des Salzstreuers, damit das Salz nicht auf dem Fußboden, sondern im Streuer landet.

Manchmal ist es gut, langsam zu sein.

Schnelligkeit und Langsamkeit.

Beides hat seine Berechtigung – wenn es an der richtigen Stelle eingesetzt wird.

Der Jakobusbrief empfiehlt dazu:

  • Es ist gut, schnell zu sein beim Hören.

  • Es ist gut langsam zu sein beim Reden.

  • Es ist gut langsam zu sein beim Zorn.

Schnelles Hören ist gut – noch besser das schnelle, aufmerksame Hören.

Denn wenn ich meine Ohren und mein Herz öffne, höre ich, wenn ich gebraucht werde von anderen Menschen. Noch wichtiger ist: Ich höre dann, wenn Gott selbst mit mir redet – durch sein Wort, durch meine Mitmenschen, im Gebet.

Langsames Reden hingegen kann mir helfen, zuerst nachzudenken. Rede ich Hilfreiches und Sinnvolles? Oder ist es – banal gesagt – nur Quatsch? Oder noch schlimmer: Schadet mein Reden meinem Gegenüber?

Langsames Reden lässt mich nachdenken über mein Reden und über meine Gedanken überhaupt.

Als drittes wird uns geraten, langsam zum Zorn zu sein. Das ist leicht gesagt, aber wenn uns etwas ärgert, stellt sich Zorn und Wut automatisch ein und sind gar nicht so leicht abzuschütteln.

Probieren Sie es trotzdem! Wenn Sie spüren, dass Sie wütend werden, halten Sie einen Moment inne: Hilft es mir wirklich, wenn ich jetzt meinem Zorn freien Lauf lasse? Erreiche ich damit tatsächlich etwas? Oder ist es nicht vielmehr so, dass vieles durch unkontrollierte Wut kaputt geht? Bei meinem Gegenüber, aber auch bei mir selbst.

Ein jeder Mensch sei schnell zum Hören, langsam zum Reden, langsam zum Zorn.“

AMEN

Es grüßt Sie herzlich und wünscht Ihnen eine gesegnete Sommerzeit!

Herzlich grüßt,
Ihre/Eure Pfarrerin 
Rebekka Oesterreich
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